30. Juni 2022

Junge Menschen errichteten Biogasanlage auf dem Gartengelände der aej saar


„Das Prinzip ist eigentlich ganz einfach: Da kann alles rein, was eine Kuh auch fressen würde!“ So stellt Katrin Pütz die Wirkungsweise der Mikro-Biogasanlage vor, die künftig auf der Gartenanlage der Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend Saar (aej saar) in Saarbrücken-St. Arnual steht.

Das, was viele als große Tanks in der Landschaft kennen, funktioniert nämlich auch im Kleinen. Es sind nur zwei gasdichte Gewebesäcke, die über ein Rohr- und Schlauchsystem angeschlossen werden. Pütz hat dieses simple Prinzip mit ihrem „Social Business“ (B)energy entwickelt und schafft damit ein weltweites Netz aus Installateuren, Gasproduzenten und Endverbrauchern. Ihr geht es nicht darum, Profit zu machen, sondern das Biogas den Menschen näher zu bringen und letztlich auch Wirtschaftssysteme vor Ort zu schaffen und zu unterstützen. Das Beste daran sei, dass augenscheinlicher Abfall genutzt wird, um das Gas zu produzieren und im Anschluss sogar noch als Dünger fungiert. „Wir setzen den Abfall ein, um einen nachhaltigen Kreislauf zu erzeugen“ so Pütz.

Auch wenn die Vorstellung des Systems und der Idee „Biogas“ nur digital stattfand, wurde dennoch jede Menge Hand angelegt. Schon bei einem Vorbereitungstermin im Mai waren circa 15 Leute dabei, und am 25. Juni haben nochmal 13 Engagiere angepackt.

Als Starter braucht die neu errichtete Anlage Gülle, welche der Biolandhof Wack gestiftet hat. „Der Transport der 2000 Liter flüssigem Kuhdung war spannend und hat uns zu kreativen Höchstleistungen angetrieben“ fasst Lennart Berwanger von der aej saar zusammen. „Der Zuweg zu unserem Garten in St. Arnual ist sehr schmal und daher mussten wir auf Maischefässer und Schubkarren zurückgreifen.“

Möglich ist das Projekt, das von Michelle Herrmann und Tobias Binkle initiiert und begleitet wird, vor allem durch die Kooperation der aej saar mit der Jungen Biosphäre sowie der Unterstützung von Studierenden der HTW Saar, die im Rahmen eines Semesterprojekts mit der Jungen Biosphäre und dem Biosphärenzweckverband Bliesgau arbeiten. Finanziert wird das Projekt dank einer Förderung der Jungen Biosphäre durch Saartoto und Eigenmitteln der aej.

„Es ist wichtig, zügig Alternativen zu fossilen Energieträgern bereitzustellen und zu nutzen.“ Erläutert Initiatorin Michelle Herrmann. „Biogas und -methan scheint auf den ersten Blick ein perfekter Ersatz für unser Erdgas zu sein - allerdings ist die Thematik nahezu vollständig aus dem öffentlichen Diskurs verschwunden und war in der Vergangenheit häufig negativ konnotiert.“

Wer die mehr über Biogas und die Wirkungsweise der Anlage kennenlernen will, kann sie sich vor Ort erklären lassen und ins Gespräch kommen. „Wir arbeiten gerade daran noch Infotafeln und Materialien zu erstellen, die dann dort installiert werden sollen.“ erklärt Carmen John, die das Projekt Junge Biosphäre koordiniert.

Der Garten der aej saar befindet sich in St. Arnual, nahe der Stiftskirche. Mindestens einmal im Monat finden dort Aktionstage statt. Die nächsten Termine sind der 9. Juli, der 20. August und der 10. September. Perspektivisch soll der Garten auch zur Bildungsarbeit genutzt wird. Weiter Infos bei Lennart Berwanger 0163-9811132.

 

Hintergrund

Die Arbeitsgemeinschaft der Evangelischen Jugend Saar (aej saar) ist der Jugendverband der evangelischen Kirchen im Saarland. Sie vertritt die Interessen der evangelischen Jugendlichen im Saarland gegenüber den öffentlichen Jugendbehörden. Innerkirchlich setzt sich die Arbeitsgemeinschaft für eine Vernetzung der Jugendarbeit in den evangelischen Kirchengemeinden und Jugendverbänden ein.

Die Arbeitsgemeinschaft versteht sich als Impulsgeberin für Vorhaben und Ideen zur Förderung u.a. von Partizipation und Teilhabe junger Menschen in den evangelischen Landeskirchen sowie an der Zivilgesellschaft.





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