Theologische Aspekte


„Theologische Aspekte“ beinhaltet Themen aus verschiedenen theologischen Bereichen wie Kirche und Gesellschaft, Ethik und Anthropologie, Biblische Inhalte, Kirchengeschichte, Dialog mit anderen Religionen,... Diese Schwerpunkte sollen im Laufe der Zeit angesprochen werden

Im Aspekt Kirche und Gesellschaft geht es  um Gesellschaftsbezug sowie institutionelle und gesellschaftliche Bedeutung von Religion. Als Einzelthemen sind vorgesehen:

  • Die Entstehung der Kirchen
  • Kirchen und Sekten
  • Kirche und Staat
  • Die EKiR /Synodal-presbyteriale Verfassung
  • Diakonie als ein wichtiger Pfeiler der ev. Kirche

In Ethik und Anthropologie handelt es sich einmal um die Bereitschaft  verantwortliches Verhalten gegenüber dem Anderen zu entwickeln und zum anderen um die Erkenntnis, dass „religiöse Motivation“ zur Lösung ethischer Probleme hilfreich sein kann. Folgende Einzelthemen sollen angesprochen werden:

  • Gerechtigkeit/Ungerechtigkeit
  • Angst und Vertrauen
  • Schuld-Strafe-Vergebung
  • Soziale Frage im 19. Jhd. und heute

Die Elementarisierung bibl. Inhalte und  grundlegende Erfahrungen der Bibel zum Selbst – und Weltverständnisses des Einzelnen werden mit allgemein-menschlichen Erfahrungen der Gegenwart verglichen.  Als Einzelthemen sind geplant:

  • Entstehung der Bibel
  • Der historische Jesus
  • Die Bergpredigt
  • Tod-Sterben-Auferstehen
  • Die Frage nach Gott
  • Die Propheten

Im kirchengeschichtlichen Aspekt geht um die Verwirklichung von Kirche im Zusammenwirken von Tradition und Situation. Folgende Einzelthemen sind vorgesehen:

  • Die Geschichte Israels
  • Die Urgemeinde
  • Die Konstantinische Wende
  • Die Kirchenspaltungen
  • Die Kirche im 3. Reich/ Das Barmer Bekenntnis
  • Nach 1945

Der dialogische Aspekt beinhaltet den Dialog mit Andersdenkenden und Andersglaubenden sowie die Respektierung/Abgrenzung von  Grundüberzeugungen anderer. Als Inhalte sind vorgesehen:

  • Der ökumenische Gedanke
  • Evangelisch-Katholisch
  • Religionen mit einem Gott (Monotheismus) wie Christentum, Judentum und Islam
  • Hinduismus und Buddhismus

2. Kirchen und Sekten

Definition Sekten

 

Was ist eine Sekte?

Die Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen unterscheidet zwei unterschiedliche Begriffsebenen bei der Definition des Sektenbegriffs.

Der theologische Sektenbegriff

Hier geht es um Gruppen von Menschen, die sich von einer großen Kirche abgespalten haben. Aus der Sicht der Großkirchen haben diese Gruppen „den Boden des gemeinsamen Glaubens verlassen“ oder die Glaubenslehre so verändert, dass sie zu Sekten geworden sind. Mit der Zeit beansprucht die Gruppe die einzige Wahrheit auf dem Weg zum Heil zu sein.

An der Entwicklung der Zeugen Jehovas lässt sich der „Prozess der Versektung“ gut aufzeigen:

Ursprünglich trafen sich fromme Menschen zum Bibelstudium, ohne sich von ihren christlichen Gemeinden lösen zu wollen. Im Laufe der Zeit kamen der Gruppe Bedenken, dass in ihrer Herkunftsgemeinde die Schrift nicht richtig ausgelegt würde und man grenzte sich von der Großkirche ab. Es ging so weit, dass die Zeugen die christlichen Feste und Sakramente ablehnten und die „Heilige Schrift umdeuteten.“ „Damit ist aus den Bibelforschern des 19. Jahrhunderts eine Sekte geworden.“

Der umgangssprachliche Sektenbegriff

Der Begriff Sekte wird hier benutzt, um eine „Abweichung vom Wertekonsens der  Gesellschaft“ zu benennen: Eine Gruppe wird als Sekte empfunden, wenn sie aus der bürgerlichen Welt aussteigt und in einer Landkommune lebt oder radikal aussteigt, fremde Heilsideen aufnimmt und skrupellos die eigenen Interessen verfolgt.“

Deutlich wird dieser Sektenbegriff auch bei der umstrittenen Scientology-Organisation. Sie hat sich von keiner Kirche abgespalten und ist auch keine Religionsgemeinschaft. Umgangssprachlich wird sie als Sekte bezeichnet, weil sie sich als „hochideologisierte Gruppe“ zeigt, die rücksichtslos die eigenen Ziele verfolgt. „Sie wird wie eine Sekte erlebt.“

Versuch einer Definition

Es gibt mehrere Merkmale, die auf alle Sekten zutreffen. Wenn eine Gruppierung diese Kriterien erfüllt, besteht die Gefahr der Versektung.

  • Starke Führergestalt mit absoluter Autorität
  • Ideologie/Selbsterlösungsvorstellungen 

Die Ideologie vermittelt den Personen, dass sie zu einer auserwählten Elite gehören, die sich in ihrem Wissen, Können oder Erfahrungen deutlich von allen Anderen unterscheiden und diese als Unwissende erscheinen lässt.

  • ·       Gruppenstruktur/Gruppenzwang/Pflege von Feindbildern
  • ·         Bedingungsloser Gehorsam und Disziplin
  • ·         Abbruch der Beziehungen zu Familie, Schule und Beruf

Das soziale Netz wird auf die Kontakte mit den Personen reduziert, die derselben Ideologie folgen, Tagesstrukturen werden den Aufgaben und Pflichten der Gruppe angepasst. Wer Fragen stellt, wird gemieden oder verteufelt. Es kommen psycho-logische Beeinflussungsstrategien zur Anwendung, die eigene Lebensgeschichte wird uminterpretiert, so dass der Einzelne mittel- oder langfristig eine neue Identität erlangt.

  • Weltweite Verflechtungen und Organisationen

 

 

 

Vgl. zweier Sekten 

Siehe download

Im Folgenden werde die Mormonen (Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage) ein Beispiel einer Sekte christlichen Ursprungs beschrieben

Die Sekte wurde 1830 in den USA von Joseph Smith gegründet und nahm 1838 ihre heutige Bezeichnung an. Smith berichtete davon, „dass ihm Gott und Jesus den Auftrag erteilt hätten, das ursprüngliche Evangelium wiederherzustellen, denn die christlichen Kirchen seien vom wahren Glauben abgefallen und ihre Bekenntnisse wären in den Augen Gottes ein Greul". – 1827 habe ein Engel Mormon ihm geheime Schriften zugänglich gemacht, die er übersetzte und 1830 als "Das Buch Mormon" veröffentlichte, das zur hauptsächlichen Offenbarungsquelle der Sekte wurde. Es beschreibt ein äußerst unhistorisch die Geschichte Amerikas.

Der Glaube ist vom Fortschrittsdenken geprägt: ”Wie der Mensch jetzt ist, war Gott einst, wie Gott jetzt ist, kann der Mensch einst werden.” Man sieht in der Trinität drei verschiedene Gottheiten; Hauptgötter sind Gott der Vater, ”der oberste Gott”, Gott der Sohn, ”der eigentliche Gott dieser Erde”, und Gott der Heilige Geist. Alle drei werden menschlich-körperlich gedacht. Jesus Christus wurde Mensch, um die Menschheit von der Sünde zu erlösen, indem er als Sündenloser die Schuld der Welt auf sich nahm. Weiter lehren die Mormonen, Christus sei nach seiner Auferstehung auch in Amerika erschienen, um hier die ”anderen Schafe” (vgl. Joh 10, 16) zu besuchen. Auch hier hat er Wunder gewirkt, Apostel berufen, Taufe und Abendmahl eingesetzt, eine Kirche gegründet und ein ”vollständigeres Evangelium” verkündet (Das Buch Mormon, 3. Nephi 12, 1).

Die Mormonen kennen die Totentaufe für alle jene, die dazu bislang keine Möglichkeit hatten. Um aber dieses Werk durchführen zu können, sind Geschlechtsregister notwendig. Die Stammbaumforschung nimmt aus diesem Grund einen wichtigen Platz ein. Die Endzeit tritt dann ein, wenn alle Geister, die Gott für ein Erdenleben bestimmt hat, das neue irdische Dasein angenommen haben. Zentrum der Ereignisse werden dabei die USA sein.

An der Spitze der Kirche steht der Präsident. Als Abgabe wird der Zehnte gegeben. Es bestehen verschiedene Wohlfahrtseinrichtungen innerhalb der Gemeinde und karitative Einsätze für Nichtmormonen. Von Smith stammt schließlich die Anweisung, daß Mormonen Alkohol, Nikotin sowie Kaffee und Tee (außer aus medizinischen Gründen) verboten sind.

Neben den Versammlungsräumen gibt es Tempel, in denen die geheimen Kulthandlungen durchgeführt werden. Dabei ist u.a. die Siegelung allein dem Präsidenten vorbehalten. Durch sie werden die irdischen Ehen zu himmlischen Ehen, die auch nach dem Tod fortbestehen. Daher spielt die Familie für die Mormonen eine zentrale Rolle, sie bemühen sich um ein (nach konservativen, bürgerlichen Maßstäben) vorbildliches Familienleben. Wesentlich ist der wöchentliche Familienabend, der montags gehalten wird. Da sich die Mormonen als die wiederhergestellte Kirche Jesu Christi verstehen, sind sie an ökumenischen Bestrebungen nicht interessiert. Beim Übertritt wird die Lösung der bisherigen Kirchenmitgliedschaft verlangt und eine (Wieder-) Taufe vorgenommen. In Deutschland leben 35 000 Mormonen, in Württemberg gibt es Zentren in Stuttgart-Weilimdorf und in Heilbronn. Der nächste Tempel liegt im Raum Frankfurt/Main.

Quelle:www.weltanschauungsbeauftragte.elk-wue.de

 


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