30. Mai 2020

Pfingsten verbreitet auch in Krisenzeiten eine Aufbruchstimmung


Pfingsten kann auch während der Pandemie ein Stück Hoffnung verbreiten. Ausgerechnet im Frühling, in Zeiten den Aufbruchs, müssen wir uns zurücknehmen und auf einen großen Festgottesdienst verzichten.

Pfingsten wird immer 50 Tage nach Ostern gefeiert. Von dieser Zeitspanne hat das Fest auch seinen Namen. Er leitet sich ab vom griechischen Wort für »fünfzigster Tag «. Am 50. Tag nach dem Ostersonntag schließt das Pfingstfest die österliche Festzeit ab. Es ist das dritte Hauptfest der Kirche: Nach Weihnachten, dem Fest der Liebe Gottes zu den Menschen, und Ostern, dem Fest Jesu Christi, feiern wir an Pfingsten die Sendung des Heiligen Geistes.

Das Pfingstwunder in Apostelgeschichte ereignet sich, als viele Pilger nach Jerusalem gekommen waren, um das jüdische »Wochenfest« zu feiern. 50 Tage nach dem Passafest erinnert es mit einer Festversammlung an die Gabe der Zehn Gebote und damit an den Bund Gottes mit dem Volk Israels. Dieses Fest feiern auch die Jünger, als sie ein »mächtiges Rauschen« hören und »etwas wie Feuer« sich in Form von »Flammenzungen« auf ihnen niederlässt:Der Heilige Geist kommt auf sie herab. Gott hat einen »neuen« Bund mit den Menschen geschlossen.

Sofort beginnen die Apostel, allen voran Petrus, anderen zu verkünden, was sie selbst erlebt haben. Plötzlich sprechen Sie in vielen verschiedenen Sprachen vom Geist Gottes, dem Geist der Liebe und des Friedens. Somit beginnt eine Bewegung, die die Botschaft Christi bis ans Ende der Erde trägt. 

Viele nehmen die Botschaft die Petrus und die Apostel verbreiten an und lassen sich taufen. So entsteht die erste Gemeinde in der Nachfolge Christi. Von diesem Tag an läuft die Botschaft zuerst durch den Mittelmeerraum, dann um die ganze Welt. Überall bildeten sich Gemeinden und Kirchen. Damit ist Pfingsten sozusagen der »Geburtstag« der Kirche.

Das Presbyterium um Pfarrer Harro Eder wünscht allen Gemeindegliedern ein gesegnetes und entspanntes Pfingstfest.

Besonders ans Herz legen möchten wir Ihnen unsere aktuelle Ausgabe von Gottesdienst "to go". Gerne auch an dieser Stelle zum ausdrucken.

Ihr Presbyterium

Unsere Kirchenleitung um Präses Manfred Rekowski möchte zum Pfingstfest folgende Grüße an Sie richten:

Liebe Schwestern und Brüder,

im Namen der Kirchenleitung der Evangelischen Kirche im Rheinland Grüße ich Sie herzlich. Wir gehen auf Pfingsten zu mit der Bitte und in der Hoffnung: „Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen, beständigen Geist.“ (Psalm 51,12).

Durch das Coronavirus ist großes Leid weltweit und auch bei uns im Rheinland entstanden: Zahlreiche Menschen sind schwer erkrankt, viele sind gestorben. Nicht nur in Seniorenheimen haben die Schutzmaßnahmen Menschen vereinsamen lassen. Wirtschaftliche Existenzen sind in kürzester Zeit an den Abgrund geraten. Zukunftsgewissheiten sind zerbrochen. Da, wo Kinderbetreuung, Schule und Beruf zuhause stattfinden müssen, stehen Familien oft am Rand ihrer Kräfte.

Hinter uns liegen nun aber auch schon mehr als zehn Wochen, in denen wir aufgrund der Corona-Pandemie in kürzester Zeit gelernt haben, unter völlig veränderten Bedingungen Kirche Jesu Christi in der Welt und für die Welt zu sein. Die Kirchenleitung möchte Ihnen allen, den beruflich Mitarbeitenden, den ehrenamtlich Tätigen und den auf unterschiedliche Weise aktiven Gemeindegliedern sehr herzlich für den großen Einsatz, für fantasievolles Wirken sowie den Glauben stärkende Gottesdienste und Andachten in unterschiedlichsten Formen, ermutigende Bildungsangebote und vielfältige diakonische Aktivitäten und verlässliche seelsorgliche Begleitung danken. Vielfach wurden dabei neue – auch digitale – Wege eingeschlagen.

Angesichts einer Situation, die uns vielfach vor völlig neue Herausforderungen gestellt hat – erinnert sei insbesondere an die Situation in Altenpflegeeinrichtungen Krankenhäusern, Kindertagesstätten und Schulen –, überrascht es nicht, dass es manchmal auch ausgesprochen schwierig war, Lösungen zu finden, die den Betroffenen wirklich gerecht werden. Das ist es zum Teil noch immer. Bei der Suche nach passgenauen lokalen Lösungen gab und gibt es eine große Bereitschaft, voneinander zu lernen und getroffene Verabredungen gemeinsam umzusetzen. Auch dafür dankt Ihnen die Kirchenleitung sehr herzlich.

Nimmt man wahr, was in Predigten, Gebeten und Statements öffentlich zur Sprache gebracht wurde und welch diakonisches, seelsorgliches und solidarisches Engagement sich entwickelt hat, sieht man, wie unsere Kirche auf den unterschiedlichen Ebenen auch die gesellschaftlich relevanten Fragen aufgreift. Darüber hinaus ist überall in unserer Kirche ein intensives theologisches Nachdenken über die gegenwärtige Situation erkennbar. Nicht zuletzt hat uns eine Fülle von pragmatischen Fragen, die um die Menschen willen geklärt werden mussten, sehr beschäftigt. Mit den regelmäßig versandten Corona-Newslettern haben wir uns fortlaufend bemüht, Sie in Ihrer praktischen Arbeit zu unterstützen.

Der Wunsch der Kirchenleitung ist, dass uns manche Erfahrungen, die wir in den zurückliegenden Wochen gemacht haben, auch nach dem noch nicht abzusehenden Ende der Corona-Krise erhalten bleiben. Wir denken dabei sowohl an kreative digitale Gottesdienstformate (auch für Kinder), an Kontaktpflege zu Jugendlichen als auch an eine veränderte Gremienarbeit. Beim bewussten Rückblick auf diese Zeit wird uns vielleicht auch klarer, wovon wir uns verabschieden können.

Besonders bedrückt uns die Situation unserer Partnergemeinden in Asien und Afrika. Die dramatische Gesamtlage, insbesondere eine unzureichende medizinische Versorgung und massive ökonomische Probleme, verbinden sich mit großen existenziellen Sorgen. Viele unserer Partnerkirchen stehen vor einem Totalausfall ihrer Einnahmen. Neben einem von der Kirchenleitung bereits beschlossenen Nothilfefond bereiten wir eine Solidaritätsaktion für unsere Partnerkirchen vor.

In der Kirchenleitung beschäftigen wir uns aktuell ebenso wie wohl alle Kirchengemeinden und Kirchenkreise mit den finanziellen Konsequenzen, die sich aus der Corona-Krise ergeben. Die Kirchenleitung hat bereits die Verschiebung der Einführung eines Doppelhaushaltes auf die Jahre 2023/24 beschlossen. Sie wird sich nach Abschluss ihrer Beratungen voraussichtlich Ende Juni ausführlicher zum Umgang der Landeskirche mit der veränderten finanziellen Situation äußern.

Wir erleben, wie beschränkt unsere Möglichkeiten sind und wie sehr wir angewiesen sind darauf, dass Gottes Geist uns neu belebt, dass er seine Kirche erhält. Die Kirchenleitung wünscht allen, die unserer Kirche verbunden sind, an den Pfingsttagen und darüber hinaus die Erfahrung der Gottes-Gegenwart, die uns mit der weltweiten Christenheit verbindet, sowie den Trost und die Zuversicht des Heiligen Geistes: „Der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“ (Johannes 14,26).

Mit geschwisterlichen Grüßen

Ihr

Manfred Rekowski


Gottesdienst to go zu Pfingsten



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